Kontakt
Charta des International PEN
Editorial / International PEN
Editorial / Österreichischer P.E.N.-Club
Writers in Prison
Committee
Editorial / Writers in Prison Committee Österreich
Editorial / Kohlmarkt Komitee
Writers in Prison Day 2007
Downloads
Writers in Prison Folder
Cover des Textbuches
WIP Textbuch
|
Wie können Sie helfen?
A) Rapid Action Network des WiP-Comittee
Im Rahmen des RAN (Rapid Action Network) werden von London aus, die einzelnen Zentren gebeten, so rasch wie möglich, Briefe, E-Mails oder Telegramme an das jeweilige Land (Staatsoberhaupt, zuständigen Richter, das jeweilige Außenministerium, an die entsprechende Botschaft des Landes bei uns, an – in unserem Fall – die österreichische Botschaft vor Ort, das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten) zu schreiben. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, an einzelne Autoren direkt zu schreiben. Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens auch an den Österr. P.E.N.-Club. Oder schicken Sie uns Ihren Brief, wir leiten ihn gern für Sie weiter. Hier können Sie sich jederzeit informieren, um welche Autoren, Schriftsteller, Übersetzer, Journalisten und Verleger es sich handelt, die unter den genanntenBedingungen zu leiden haben:
| |
Wie erfolgreich unsere Bemühungen sind, kann Ihnen das Beispiel von José
Gallardo Rodriguez (Mexiko) zeigen. Der wegen seiner Berichte über die
Diskriminierung indigener Soldaten zu 28 Jahren und 8 Monaten Verurteilte
erhielt während seiner Haft mehr als 35.000 (!) Schreiben. Dadurch wusste er,
dass ihn die Welt nicht vergessen hatte. |
|
B) Gerne können Sie unsere Tätigkeit auch finanziell unterstützen
Das Geld wird ausschlie ßlich dazu verwendet, inhaftierte Autoren zu unterstützen bzw. Fact-Finding-Missions zu ermöglichen. Das sind Delegationen, die sich vor Ort darum kümmern, Informationen zu sammeln. In persönlichen Gesprächen mit den entsprechend politisch Verantwortlichen bemühen sie sich, eine Verbesserung der Lage der Autoren, Schriftsteller, Übersetzer, Journalisten und Verleger zu
erreichen.
Ebenso wichtig ist die Beobachtung von Prozessen. Die Anwesenheit von Delegationen erhöht die Chance auf die Menschenrechte achtende Verhandlungen, Verletzungen der Menschenrechte werden der internationalen
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
| |
Bankverbindung:
Österreichischer P.E.N.-Club
BA/CA, BLZ 12000, Kto.Nr.: 10610190701 |
|
Der
International PEN vertritt die folgenden Grundsätze:
- Die Literatur kennt keine Grenzen und muss unter den Völkern trotz politischen oder internationalen Erschütterungen eine gemeinsame Währung bleiben.
- Unter allen Umständen, und insbesondere auch im Kriege, sollen Werke der Kunst, der Erbbesitz der gesamten Menschheit, von nationalen und politischen Leidenschaften unangetastet bleiben.
- Mitglieder des PEN sollen jederzeit ihren ganzen Einfluss für das gute Einvernehmen und die gegenseitige Achtung der Nationen einsetzen. Sie verpflichten sich, für die Bekämpfung von Rassen-, Klassen- und Völkerhass und für die Hochhaltung des Ideals einer in einer einigen Welt in Frieden lebenden Menschheit mit äußerster Kraft zu wirken.
- Der PEN steht zu dem Grundsatz des ungehinderten Gedankenaustausches innerhalb einer jeden Nation und zwischen allen Nationen, und seine Mitglieder verpflichten sich, jeder Art der Unterdrückung der Äußerungsfreiheit in ihrem Lande oder in der Gemeinschaft, in der sie leben, entgegenzutreten.
- Der PEN erklärt sich für die Freiheit der Presse und verwirft die Zensurwillkür überhaupt, und erst recht in Friedenszeiten. Er ist des Glaubens, dass der notwendige Fortschritt der Welt, hin zu einer höher organisierten politischen und wirtschaftlichen Ordnung, eine freie Kritik gegenüber den Regierungen, Verwaltungen und Einrichtungen gebieterisch verlangt. Da die Freiheit auch freiwillig geübte Zurückhaltung einschließt, verpflichten sich die Mitglieder, solchen Auswüchsen einer freien Presse, wie wahrheitswidrigen Veröffentlichungen, vorsätzlicher Lügenhaftigkeit und Entstellung von Tatsachen, unternommen zu politischen und persönlichen Zwecken, entgegenzuarbeiten.
Editorial / International PEN
| Das Wort ist so frei wie die Menschen, die es aussprechen. Manchmal befreit man Worte, indem ihre Quelle eingesperrt wird, aber die Worte, auf diese Art befreit, erweitern die Freiheit der Menschheit! |
 |
Jiri Grusa
Präsident des International PEN |
nach oben
Editorial / Österreichischer P.E.N.-Club
Verleumdungen, Anklagen, Publikationsverbote, Verbannung, Ausbürgerung, körperliche Gewalt, ja, Mord, sind seit je und bis heute die hilflosen Mittel der Macht, Schweigen von jenen zu erzwingen, die durch ihre schicksalhafte Begabung zum Reden gezwungen sind. Die Dichter gestalten die kollektive Erinnerung, verleihen ihr Dauer heben sie über die Vergess-lichkeit des Alltags. Die Praktiker der Macht misstrauen ihnen, fürchten, hassen sie, weil sie mehr ahnen, als begreifen, dass man diesen eigensinnigen Hütern und strengen Wächtern der Sprache nicht beikommen kann. Jegliche Zensur erweist sich vor dem Urteil der Geschichte letztlich als vergeblich und entdeckt die lächerliche Ängstlichkeit und hilflose Beschränktheit der Zensoren.
Was nützte es Athen, den greisen Euripides nach Mazedonien zu vertreiben, was Augustus Ovid an die kulturfernen, einsamen Ufer des Schwarzen Meeres zu verbannen, was Nero, Seneca in den Tod zu treiben. Ziel der Verfolger ist es, ihre Opfer aus dem Gedächtnis zu löschen, ins Vergessen abzudrängen. Es muss heute und morgen klar gemacht werden, dass die Freiheit des Wortes ein Grundrecht ist, das durch internationale Solidarität schließlich durchgesetzt wird. |
 |
Wolfgang Greisenegger
Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs |
nach oben
Writers in Prison Committee
Das Writers in Prison Committee (Komitee für inhaftierte und verfolgte Autoren*) des International PEN wurde 1960 gegründet als Folge zunehmender Besorgnis über die Versuche, kritische, den Machthabern nicht genehme Stimmen rund um den Erdball durch Verfolgung und Inhaftierung Schreibender zum Schweigen zu bringen. Seit dem Attentat auf die Twin Towers ist diese Besorgnis noch gestiegen, da unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung noch rigoroser gegen „unbotmäßige„ Stimmen vorgegangen wird.
- Das Writers in Prison Committee spricht für jene Schreibenden, die in ihren Ländern zum Schweigen gebracht werden.
- Das Writers in Prison Committee setzt sich für jene ein, die inhaftiert oder
verfolgt werden, weil sie ihre Meinung schriftlich zum Ausdruck bringen.
- Das Writers in Prison Committee setzt sich für Autoren ein, die wegen ihrer friedlichen politischen Aktivitäten oder wegen der Ausübung ihres Berufes als Autoren, Journalisten, Übersetzende, Herausgeber und Verleger angegriffen werden, vorausgesetzt, dass sie weder Gewalt anwenden noch dazu aufrufen, Rassenhass zu befürworten.
Mitgliederorganisationen des International PEN setzen sich aktiv für die Verbesserung der Haftbedingungen verfolgter Schriftsteller und Journalisten, Übersetzer, Heraus-geber und Verleger ein. Briefe werden an die jeweiligen Regierungen, zuständigen Institutionen vor Ort, an die in diesem Land akkreditierten Vertretungs-behörden und an die eigenen Regierungen sowie an Nachrichtenagenturen verschickt, um sich für die Freilassung der Inhaftierten einzusetzen und dafür, dass Fälle von Folter und Tötung untersucht werden. Sie schreiben an die Familien der Betroffenen und, wenn immer es möglich ist, an die Gefangenen selbst, um ihnen Mut und Hoffnung in ihrer schwierigen Lage zuzusprechen.
Der International PEN hat beratenden Status bei der
UN-Menschenrechtskommission und der UNESCO.
nach oben
Editorial / Writers in Prison Committee Österreich
Am 7. Oktober 2006 wurde die Journalistin und Autorin Anna Politkovskya im Lift ihres Wohnhauses in Moskau erschossen aufgefunden. Durch diesen ausgeklügelt geplanten Mord wurde eine engagierte Berichterstatterin zum Schweigen
gebracht, die unermüdlich über die von der russischen Armee begangenen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet hatte. Bis heute sind jene Antworten, wer tatsächlich hinter dem Anschlag stand, ausgeblieben. Selbst wenn sich
die Ausforschung der Drahtzieher, Hintermänner und Helfershelfer als schwierig erweisen sollte, müssten nach über einem Jahr der Ermittlungen bereits glaubwürdige Hinweise vorliegen. Nicht nur für das Writers in Prison Committee wird der „Fall Politkovskya“ erst abgeschlossen sein, wenn unabhängige Gerichte die entsprechenden Urteile gefällt haben werden.
Nicht allen Autorinnen und Autoren, die der Freiheit des Wortes durch ihr Schreiben
Ausdruck verliehen, droht die physische Liquidierung. Das Unterdrückungsvokabular
der Mächtigen ist vielfältig: Drohungen, Verschleppungen, Haftstrafen, Folter, willkürliche
Anwendung von Gesetzen sowie das Erfinden von merkwürdigen Anschuldigungen
sind fester Bestandteil der Versuche von Politikern auf allen Kontinenten jene
zum „Maulhalten“ zu bewegen, die unangenehme Tatsachen ansprechen, benennen
und in Worte fassen. Stets übersehen Politiker, die meinen, Gesellschaften auf Dauer
unterdrücken zu können, eine Kleinigkeit: Der Traum vom Leben in Freiheit und
Menschenwürde ist unsterblich. Allen gegenteiligen Bemühungen zum Trotz! |
 |
Helmuth A. Niederle
Writers in Prison Committee Österreich
|
nach oben
Editorial / Kohlmarkt Komitee
Gehobener Lebensstandard kann nicht heißen, die Augen vor den Problemen der Welt zu verschließen. Probleme lassen sich nicht dadurch lösen, indem man sie ignoriert.
Es ist uns daher mehr als bloß eine Ehrenpflicht gemeinsam mit dem Österreichischen P.E.N. und dessen Writers in Prison Committee an die zu denken, die für die Freiheit des Wortes unter Einsatz ihres Lebens eintreten. Möge die gemeinsame Veranstaltung die Bereitschaft bei uns vergrößern, für all jene einzutreten, die ihrem Gewissen verpflichtet, die Wahrheit laut
und deutlich aussprechen! |
 |
Herbert Schullin
Obmann des Kohlmarkt Komitee |
nach oben
Writers in Prison Day 2007
Freiheit für das Wort
Anfang der 1960er Jahre wurde das Writers in Prison Committee gegründet. Von Beginn an konnte beobachtet werden, dass in vielen Ländern zahlreiche Autoren mit den schwammigen Vorwürfen konfrontiert sind, sie beschädigten oder verunglimpften den Ruf ihres Landes oder ihrer Nation. In den Zeiten des kalten Krieges bezichtigte man Schriftsteller der „antisowjetischen oder antisozialistischen Propaganda“, gegen türkische
Autoren wird bis heute immer wieder der Vorwurf erhoben, sie „beleidigten das Ansehen von Atatürk“, dem Gründer des modernen türkischen Staates.
Afrikanische und asiatische Schriftsteller werden häufig angegriffen, weil sie angeblich politisch Mächtige oder Institutionen in ihrem Land „beschimpften“, „beleidigten“ und/oder „herabwürdigten“. Dies bedeutet in der Praxis: Kritik an den Staatsoberhäuptern, der regierenden Partei und an den einzelnen Exponenten der Regierungen werden nicht toleriert. Hinweise auf Korruption und Machtmissbrauch werden nicht zur eigenen Gewissenserforschung herangezogen, sondern werden zum Gegenstand von Strafprozessen, die oft Schuldsprüche mit Haftstrafen für die Aufdecker der üblen Praxis nach sich ziehen. Selbst fiktionale Geschehnisse können zu Gerichtsverhandlungen führen, wenn sich Mächtige in einem Gedicht, in einer Erzählung, in einem Essay oder in einem Roman wieder zu erkennen meinen.
An die einhundert Schriftsteller und Journalisten weltweit sehen sich zur Zeit mit solchen Anwürfen konfrontiert. Das Writers in Prison Committee verlangt daher, dass zwingend all jene Paragraphen, Gesetze, Verordnungen und Erlässe ersatzlos zu streichen sind, die auf diese nebulose Weise die Freiheit des Wortes einzuschränken vermögen. Denn im Grund genommen sind solche gesetzliche Bestimmungen nichts anderes als eine besonders
böswillige und hinterhältige Art Zensur zu üben. Und Zensur ist, wie immer man es dreht und wendet, nichts anderes als eine Einschränkung der persönlichen Meinungsfreiheit. Eine Einschränkung, die bei Autorinnen und Autoren beginnt und letzten Endes alle Menschen in dem entsprechenden Land trifft.
An die einhundert Schriftsteller und Journalisten weltweit sehen sich zur Zeit mit solchen Anwürfen konfrontiert. Das Writers in Prison Committee verlangt daher, dass zwingend all jene Paragraphen, Gesetze, Verordnungen und Erlässe ersatzlos zu streichen sind, die auf diese nebulose Weise die Freiheit des Wortes einzuschränken vermögen. Denn im Grund genommen sind solche gesetzliche Bestimmungen nichts anderes als eine besonders
böswillige und hinterhältige Art Zensur zu üben. Und Zensur ist, wie immer man es dreht und wendet, nichts anderes als eine Einschränkung der persönlichen Meinungsfreiheit. Eine Einschränkung, die bei Autorinnen und Autoren beginnt und letzten Endes alle Menschen in dem entsprechenden Land trifft.
Im Brennpunkt 2007
Burma (Myanmar) – Zargana, bekannter Kabarettist und Dichter, seit vielen Jahren
immer wieder politischen Repressionen ausgesetzt, wurde im Zuge der jüngsten und
noch immer andauernden Niederschlagung der Pro-Demokratie-Demonstrationen
vorübergehend verhaftet.
Kuba – Normando Hernández González, Journalist, wurde im Zuge der Razzia gegen
Dissidenten 2003 verhaftet und wird seitdem unter äußerst prekären Haftbedingungen
festgehalten wird.
Gambia – Fatou Jaw Manneh, Journalistin, zurzeit vor Gericht, weil sie in Artikeln den
gambischen Präsidenten kritisiert hatte. Ein Schuldspruch würde eine schweren Bestrafung
wegen Aufruhrs nach sich ziehen.
Iran – Yaghoub Yadali, Romancier, wegen seiner literarischen Darstellung einer ethnischen
Minderheit, der er selbst angehört, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Usbekistan – Jamshid Karimov, Journalist, wird wegen seiner kritischen Berichte über
Menschenrechtsverletzungen seit über einem Jahr in psychiatrischer Haft gehalten.
Kontakt
Österreichischer
P.E.N. Club
Dr. Helmuth A. Niederle, Beauftragter des WiP-Committee
1010 Wien, Bankgasse 8
Tel.: +43 1 533 44 59; Fax: +43 1 532 87 49
E-Mail: info@penclub.at
P.E.N im Internet
www.penclub.at
www.writersinprison.org
Wir danken für die Unterstützung

|